
AperçuAm Anfang war das Wort und das unbewegte Bild.
Heute ist Internet-Literatur mehr in Bewegung denn je. Im besten
Fall ist sie zum multimedialen Kunstwerk geworden. Flash-Filme
bestimmen die aktuellen Produktionen. Aber ist die Internet-Literatur
deshalb bewegender geworden? Gibt es eine Grenze, an der Internet-Literatur aufhört, Internet-Literatur zu sein? Oder ist sie dazu da, alle Grenzen zu sprengen? Programmierung und neue Programme lassen ästhetisch anspruchsvolle Werke entstehen. Sprache, das wesentliche Handwerkszeug der SchriftstellerInnen, tritt in den Hintergrund. Es ist ein Mittel von vielen. Um mit den neuesten Entwicklungen Schritt zu halten, müssen die AutorInnen sich immer mehr Fähigkeiten aneignen: Grafisches Design, Programmierung, die Produktion von Audios, die Beherrschung von Bild- und Filmprogrammen. Die logische Folge davon scheint zu sein, dass anspruchsvolle Internet-Literatur-Produktion nur noch in strenger Arbeitsteilung entstehen kann: Die SchriftstellerIn schreibt, die Designerin gestaltet, die ProgrammiererIn übernimmt die technische Realisierung. Aber ist das der richtige Weg? Fragen, die ebenso zu diskutieren sind wie diejenige nach den komplexen Hypertextstrukturen, die sich in vielen neueren Arbeiten zu nichts verflüchtigt haben. Oder diejenige, ob die Interaktivität in den Tiefen des Cyberspace verschwindet. Die Antworten sind weder einfach noch eindeutig, aber eines ist gewiss: Das Schreiben von Internet-Literatur ist immer noch ein Abenteuer.
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© Odile Endres - Letzte Änderung: 01.01.2005
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